Wetterleuchten – der Weg begann

An einem Mittwoch ich ging jetzt schon in die letzte Klasse der Hauptschule, betraten zwei Lehrer der Handelsschule aus der nächsten größeren Stadt, das Klassenzimmer. Sie erzählten was der wahre Inhalt einer Handelsschule sei, das kaufen und verkaufen zu verwalten. Sie erzählten von Händler oben in der Hauptstadt, die am Markt ihre Waren anboten. Danach und davor hatten sie mit Buchhaltung zu tun. Soll und Haben entschied oftmals über den Geschäftserfolg. Auch das Wissen woher die Waren kamen. Vieles vieles wovon ich immer geträumt hatte. Schon von dem Moment an wo ich am Straßenrand Kirschen aus unserem Garten verkauft habe. An einem Sonntag, ich hatte von meiner Mutter kein Geld bekommen für ein Eis, da ging ich diesen Weg. Gesehen kurz zuvor in einem Film. Kaum mehr als 7 Jahre alt war ich damals. Mutig eigentlich. Ich war sofort begeistert. Handelsschule, ja genau das war meine Zukunft. Zuhause angekommen erzählte ich meiner Mutter von der Idee. Handelsschule so wie Martha. Doch nicht in der Handelsschule die sie besucht hatte, nein da gab es eine Neue unten in der Stadt mit der Wallfahrtskirche. Meine Mutter war nicht sonderlich begeistert. Eigentlich war eine Lehre als Elektriker für mich vorgesehen und später mal zur Bahn. So wie der Vater. Doch irgendwie war mein Vater von der Idee überzeugter als meine Mutter. Er sah darin eine Chance seinen Sohn weiter zu bringen. Keine Ahnung wieso er gerade mich nicht auf seinem Zettel für die Bundesbahn hatte. Er brachte damals alle jungen Männer die eine fertige Lehre hinter sich hatten, bei der Bahn unter. Alle auch später den Schwiegersohn. Den Mann meiner Schwester. Zwar Anfang ungeliebt, doch später bewundert. Damit begann der erste Schritt weiter hinein in eine Welt die mir mehr als unbekannt bekannt vorkam, oftmals.

In diesem Sommer ließ ich meine besten Freunde Alfred und Jacky hinter mir. Ging öfter mal weiter rein in die Stadt. Dorthin wo diese Statue stand. Sie war eine Marienstatue und hatte den Mythos mal durch das wenden des Kopfes in Richtung See eine Überschwemmung des Ortes zu verhindern. Genau dort spielte ein Schulkamerad anderen Fußball oder auch mal Völkerball, oder Nachlauf Spiele – der Kaiser schickt Soldaten aus. Ja da gab es wieder einen so aufgeregten Typen wie Jacky der sich über alles aufregte. Seine Schwester Martha, sie hieß genau so wie meine Rebellen Tante, genau so wirkte sie auch auf mich. Dann gab es noch Werner. Der Kleine der sich über alles aufregte was nicht glatt ging hieß Klaus. Mein Freund aus der gleichen Klasse den ich da besuchte war Jürgen. Dann gab es noch größere und kleinere Kinder zwischen 5 – 12 Jahre. Am Abend saßen wir dann oft noch lange zusammen auf, der Bank unter der Statue, bewunderten die vielen Autos die vorüber fuhren. Alle möglichen Kennzeichen. Wir spielten oft errate was das Nächste ist.

Das erste mal verliebt

Martha war blond und hübsch. Hieß wie meine Tante. Klasse. Sie war 14 Jahre alt. Ich war 15. Sie war eine irre gute Völkerballspielen. Gegen sie zu gewinnen ging nur über den Weg die Bälle die sie mit einer unglaublichen Wucht auf einen warf zu fangen. Seltsam. Genau das konnte ich. Ich konnte egal woher egal wie ich stand ob auf einem Bein oder keinen. Ich konnte alle Bälle fangen. Als ich so ihren Respekt erlangt hatte wählte sie mich am Anfang immer gleich in ihr Team. Wir beide spielten dann auch öfter alleine gegen alle anderen, am Platz waren nicht selten 10 Gegner bedeutete, auch schon mal den einen oder anderen Erwachsenen Vater. Martha und ich gewannen fast immer. Ihre blonden Haare flogen dabei durch die Luft. Sie hatte blaue Augen, diese richtete sie gerne mal direkt auf mich. Als ein scharfer Wurf eines Erwachsenen angedeutet wurde. Werners Vater spielte gerne, an einem Freitagnachmittag mit.Trotzdem die schönsten Momente waren dann später als der Abend kam und wir auf der Bank saßen, Martha, Werner, Klaus und ich. Ich hatte niemals den Mut Martha nach mehr zu fragen als nach dem nächsten Ball in einem Spiel. Oder sie abzuklatschen beim Nachlauf-spiel. Als sie die Königin war die ihre Soldaten aussendete war ich immer bemüht der erste zu sein der ganz nahe bei ihr stand um sie dann schnell zu berühren und das Spiel zu gewinnen. Ja Martha war mit Sicherheit der Grund wieso ich jeden Abend bei den neuen Freunden war und die Alten auf die lange Bank schob. Dazuzugehören war auch in dieser Umgebung schwer. Martha, Klaus waren die Kinder des Hauptschuldirektors. Später lernte ich dann noch Manfred kennen. Er war der zweit älteste Sohn des Schuldirektors. Des Schuldirektors in der Stadt. Werner war der Sohn des Vorarbeiters in der Fabrik. Konservenfabrik. Er erzählte gerne davon, das er in der Fabrik mit war. Das die Umstände der Abfüllung ihn eher dazu gebracht hatten niemals wieder Gemüse oder Obst aus einer Konserve zu essen. Auch klassisch diese Gedanken in dieser Zeit.

Der Sommer verging im Flug, dann war der erste Schultag in der Handelsschule plötzlich da. Die anderen Freunde aus der neuen Gruppe gingen ja meist alle ins Gymnasium. Bis auf Jürgen der machte eine Elektriker Lehre bei der Firma Haider. Eine große Baufirma. Ihn sah ich nach diesem Sommer eher selten. Eigentlich sah ich bis auf Werner und Klaus alle eher selten. Martha war dann schon 15 und verliebte sich in den Sohn des Gendarmerie Posten Kommandanten. Der war deutlich älter, deutlich breiter, deutlich überlegen.

Der Bus brachte mich von dieser Zeit an in meinen Schulort der 5 Orte entfernt war. Kam mir abenteuerlich vor mein Schulweg. Dienstags hatte ich das Vergnügen mit dem Freund meiner Schwester, mittlerweile hatte sie es geschafft meine Mutter davon zu überzeugen, das das ihr Mann fürs Leben ist., bis zum Hauptplatz zu laufen. Für mich war es laufen fast, er hatte ja lange Beine und amüsierte sich über mein nach hüpfen. Dann schritten wir so schnell, das ich für den Weg für welchen ich normalerweise eine gute halbe Stunde brauchte, kaum mehr als 16 Minuten durch liefen. Irre, jeden Tag wollte ich nicht mit ihm gehen. Er fuhr Dienstags und Donnerstags in die Hauptstadt, in die Berufsschule. Kfz-Mechaniker Berufsschule. Auch ein sehr gesuchter Beruf in dieser Zeit des Aufschwungs. Meine Handels Schulzeit begann sehr sehr aufregend und auch fordernd. Ja, Rechtschreibung war nicht gerade so mein Ding. Was zur Folge hatte das auch die Stenographie mir nicht lag. Dafür war ich in den Fächern, Geographie und Buchhaltung, kaufmännisches Rechnen weit vorne. So ergab es sich das mir ein Mädchen in meiner Heimatstadt Nachhilfe in Stenographie gab. Die Rechtschreibung brachte mir meine Mutter bei. Mal besser mal schlechter. Höre auf die Worte wie sie gesprochen werden dann kannst du sie leicht aufschreiben. Sowie unendlich lange Übungen an der Schreibmaschine. Zeitminuten Abschriften. Englisch, zwar nicht gelernt in der Hauptschuld, konnte ich da dennoch punkten es fiel mir leicht in der neuen Sprache zu reden und zu denken und das schreiben ging so. Zwar meinte mein Klassenvorstand noch vor den Weihnachtsfeiertagen das ich es mit Sicherheit nicht schaffen würde. Mein Professor in Buchhaltung jedoch stand vom ersten Tag an hinter mir. Ein damals schon älterer Herr, bestimmt schon über 60. Knapp vor der Pension dachte er vielleicht schaffe ich noch ein Wunder. Dies und die Tatsache das der Schuldirektor ein Parteifreund meines Vaters war, verdanke ich das ich mit harten Einsatz mich durchsetzte. Am Ende der ersten Klasse gab sogar mein Klassenvorstand einen positiven Kommentar ab. Hätte ich nicht gedacht, und er gab mir ein Deutsch Diktat mit der Note Drei zurück. Mit einem Lächeln.

Mein Sitznachbar in der Klasse, Manfred, hatte epileptische Anfälle, gerade an dem Tag wo er einen in der Klasse hatte war ich krank.

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