Mein gewachsenes Frauenbild

Nicht weil ich dadurch darauf hoffte Frauen zu gewinnen. Nein ich mochte es einfach zu zeigen das Frauen oftmals um nichts schlechter sind als Männer. Das war mir damals jedoch nicht bewusst, es spielte sich in mir ab. In meiner inneren Erklärungswelt.

Öfter mal verbrachten Alfred, Jacky und ich einen Nachmittag im alten Auto meines Vaters der diesen in den Garten gestellt hatte. In den 70 er Jahren eine nicht so ungewöhnliche Art ein Auto zu entsorgen. Immerhin konnte man ja für das neue Auto von Zeit zu Zeit Ersatzteile aus dem alten Wagen bergen. Daneben gleich die Eisenbahnlinie. Dampfloks waren da noch die Gewinner des Reisespiels. Der Blaue Blitz, eine Diesellok von ungeahnter Schnelligkeit für damalige Verhältnisse. Kein Wunder das meine Träume immer mit Reisen zu tun hatten.

Im Nachbarhaus, die blöden Jungs, und ihre Schwester die in unserem Alter war. Alfred war 12 Jahre, ich 14 und Jacky 13. Jacky, noch immer nicht wirklich gewachsen. Wir träumten natürlich von Frauen, Weiber wir wir es nannten.

Die meiste Zeit meiner Jugend bis hin zum Zeitpunkt meines ersten Absprungs, Richtungswechsel, weiter gehen, was mit dem Beginn meiner Zeit in der Handelsschule anfing, verbrachte ich bei meiner Mutter auf der Bank in der Küche. Dann kam die Zeit wo ich mit meinen Freunden in der Ziegelei, am Ziegelteich, in den Weingärten und im Wald rum streifte. Auf den Hügel der Umgebung in den Mulden liegend von allem möglichen träumte. Jacky war damals schon klar, das er den perfekten Körperbau für die Astronauten Karriere hatte. 1969 die Mondlandung war ein unglaublich prüfendes Erlebnis. Plötzlich schien für uns Kinder alles möglich zu sein. Wenn wir, die Menschheit den Mond besiedelten, dann gab es ja keine Grenzen mehr. Außer vielleicht die der sozialen Schichten.

Als Arbeiterkind aufzuwachsen war mir ja verschont geblieben, mein Vater war ja Beamter und engagiert im Gemeinderat in der Politik. Wahlen und die Tage davor waren immer irre aufregend für mich und meine Eltern. Meiner Schwester war es immer eher egal. Sie war nicht so politisch. Sie war eher pragmatisch. Glaubte an sich und ihre Liebe zu Jan, dem ältesten Sohn der Arbeiterfamilie Merle, halb ungarisch. Meine Mutter verbot ihr anfangs den Umgang mit dem Tölpel. Doch da hatte sie nicht mit dem Willen meiner Schwester gerechnet und dem Eigensinn von ihr. So kam es, das meine Schwester schon mit 15 Jahren dem Mann versprochen war, von sich aus, dem sie auch heute noch nach gefühlten 1000 Jahren mit glücklichen Augen an sieht.

In den Sommermonaten gab es oft unglaublich starke Gewitter. Da ballten sich in wenigen Minuten gewaltige Wolkenberge über den See zusammen. Dann dauerte es wenige Augenblicke und Blitze, Donner und Regenschauer zeichneten einen Sommertag zum verregneten Tag aus , der mit Genuss beim Fernsehen verbracht wurde. Kinderfilme und auch oftmals Filme von Marilyn Monroe erhellten so einen Nachmittag. Das blonde Gift. So eine Frau will ich mal. Das war mein größter Jugendtraum. Klar das das so ziemlich jeder Junge dachte, in meinem Alter. Doch das wusste ich ja nicht. Oder doch?

Dann erwischte uns am Heimweg vom Ziegelteich mal so ein gewaltiges Gewitter. Wir flüchteten unter die Dächer der Ziegeltocknungsregale in der Ziegelei die für uns fast alles bestimmte. Arbeitsplätze, Lebensträume, oft mal auch den Chef ärgern durch Anwesenheit auf dem Gelände ohne Erlaubnis.

Herr Direktor Melzer. Der Direktor kommt, war ein wirklicher Droh Spruch. Zurückgezogen in den Trockenregale, der Ziegelei, auf das Dach trommelte der Regen und die Blitze sowie die Donnerschläge waren so nahe als könnte ich sie angreifen. Direkt über unseren über meinem Kopf. Gertrude hatte etwas Angst. Sie war so alt wie ich. Damals 12 an diesem Nachmittag. Leicht lehnte sie sich an mich. Hilfe oder was auch immer suchend. Ich löste mich und hüpfte mit Alfred zwischen den Regalen rum, kletterte bis ganz noch oben um dann runter in den feinen Lehmstaub zu hüpfen. Zwischen den Blitzen und Donner zählte Sabine die jüngste unter uns – 1-2-3- kam aber selten weiter als 3. Das Gewitter tobte sich aus und Jacky in seinem Rapid Dress stand an die Trocken Regalwand gelehnt und sah nachdenklich zu Boden. Er hatte Angst vor Gewitter.

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