Erste Freundschaften

Ihn bewunderte ich immer. Er konnte alles, dachte ich mir immer. Er war schnell auf den Beinen. Was sich in den Momenten gut machte, wenn wir mal wieder einen Raubzug durch die Weingärten machten, die Weingärten der Umgebung. Es war uns Kinder immer klar, wenn die Trauben gut schmeckten waren wir bereit es zu riskieren und so die einen oder anderen zu stehlen. Wohl ohne Vorbereitung. Wir hatten selten eine Schere oder ein Messer bei der Hand so rissen wir oft die Trauben vom Stock, wobei denke ich diese Tatsache mehr Schaden angerichtet hatte als der Umstand das wir Trauben nahmen.

Ja Alfred, seltsamer Typ eigentlich. Dann gab es da noch meinen besten kleinen Freund, Jacky. Zwilling im Sternzeichen wie später mein ganzes Leben lang, meine besten Freunde waren und sind Zwillinge. Ja der war ein wirklicher Typ. Anhänger von Smokie, der Popgruppe. Er hatte immer einen anderen Geschmack in Allem als ich. Ich war der totale Fußballfan von Wacher Innsbruck, liebte die brasilianische Fußballmannschaft mit Leidenschaft, Pelé der Alleskönner.

Jacky war Fan von Rapid, trug auch immer stolz deren Dress beim Fußballspielen im Hof des Arbeiterhauses. Von Kopf bis Fuß angezogen wie ein totaler Fan. Wobei die Entfernung von seinem Kopf bis zu seinem Fuß eher zwei aufgestellten Salat Kisten betrug. Also schon deutlich kleiner als Alfred und noch ein Stück kleiner als ich der Alfred gut um einen Kopf überragte. Wobei Jacky immer verlautete beim Thema Größe, sein Vater hatte ihm mal klar gemacht, das er spätestes mit 13 Jahren zu wachsen anfangen werde. Seiner Klappe oder seiner vielen vielen Worte tat es nie Abbruch das er so klein war. Derer fand er unglaublich viele. Doch jetzt im Nachhinein betrachtet, er ist nicht viel mehr gewachsen als wir alle und blieb der kleine Kobold.

Ach wie gut das keiner weiß das ich „Jacky“ heiß. Jacky übrigens von Jacky Ickx, damals ein toller Formel 1 Fahrer noch vor Niki Lauda. Keine Frage das ich eher ein Anhänger von Jacky Stewart dem Schotten war. Doch wie sooft zog es sich durch unser Leben, das ich immer der Fan von mehreren Menschen, berühmten Menschen war. Doch Jacky oder bürgerlich ausgedrückt mein Freund Herbert.

Mein bester Freund. Wenn wir mal gestritten haben, was deutlich öfter vorkam als mir lieb war, redeten wir tagelange nichts. Dann trafen wir uns und dann kam der berühmteste Satz meiner Jugend: „Brauchst mich noch?“ Das werde ich bestimmt niemals vergessen. Wieder zusammen zu gehören war an den Satz und das Wort, brauchst mich noch, gebunden. Wenn ich zurück denke, zurück fühle, zurück erinnere, ich habe mich nirgendwo zugehörig gefühlt. Nicht zu meinen besten Freunden, nicht zu meiner Familie meiner Schwester. Es macht mich auch nicht wirklich traurig. Nein nur es wirkt heute seltsam auf mich.

Nein nicht das sie mich nicht wollten, das dachte ich vielleicht, das wäre aber viel zu viel Überlegung in eine Richtung gewesen die ich voraussetzte, was jedoch niemals nicht der Fall war. Jackys Mutter

anderer Mensch und doch faszinierend
Elva Deutsch – Jackys Mutter
übrigens eine ganz schön scharfe Frau, in jeder Hinsicht, schrie mich mal wegen ihres lieben kleinen Einzelkindes total hart an. „Verschwinde DU, du gehörst hier nicht mal dazu.“ Wobei die Frage ja spannend gewesen wäre, hätte ich dazugehört, hätte ich dann ihrer Meinung mehr Erlaubnis gehabt ihrem kleinen verlogenen Jungen zu ärgern? Denke nicht das sie auf diese Frage eine Antwort hatte die Frau Deutsch.

Damals Ende der 60 er Jahre eine fortschrittliche Frau. Sie trug Miniröcke und schminkte sich. Ihr Mann verdiente die Brötchen, wie so viele Männer und verlangte dann von seiner Frau, das sie heiß und gut aussieht zumindest. Auch etwas was meinen Freund – Jacky – bestimmt später den nicht erfüllbaren Wunsch nach einer großen Frau einbrachte.

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