Die Handelsschule – zweites mal verliebt!

Als ich wieder gesund war, erzählte mir Agatha, die fast gewählte Klassensprecherin in der Handelsschule davon das Manfred vor einigen Tagen einen Anfall bekommen hatte und sich im Mittelgang gewälzt hat. Dann wurde klar das er einen epileptischen Anfall hatte. Von diesem Tag an sah ich meinen Sitznachbarn immer genau an, fand auch nie wirklich einen Zugang zu ihm. Im Frühling kam er dann nicht mehr in die Schule.

Agatha war auch die beste Freundin von Ulrike. Wieder ein Mädchen dem ich schmachtend nach blickte, wenn sie durch den Schulhof ging. Zu dieser Zeit gab es eine tolle Schauspielerin. Olivia Newton-John. In die war ich voll verliebt. Ulrike sah ihr verdammt nochmal ähnlich. Wieso ich sie nicht erobert habe? Ulrike?? Sie hatte einen Freund, der schon über 18 Jahre war. Er hatte ein Auto und einen Tischlerei Betrieb geerbt. Also zu ziemlich das High End für uns Jungs wenn es darum ging ausgestochen zu werden in diesen Tagen. Ja anscheinend verliebte ich mich immer in Frauen die entweder nicht zu haben sind – Oliva Newton-John – oder vergeben sind wie Ulrike. An einem Frühlings Morgen als ich gerade mit meiner Mutter für unsere nächste Deutsch Schularbeit lernte sah ich, von meinen Blättern, vollgeschrieben mit klassischen Gedichten, meine Mutter diktierte mir diese immer, einfach weil es einen in Stimmung bringt, hoch.

Was ist den mein Junge. Fragte mich meine Mutter. Sie kannte meinen fragenden Blick. Ich verstehe nicht wieso ich mich immer in Mädchen verliebe, die ich dann am Ende nicht erreichen kann. Sagte ich traurig. Ach Schatz, lächelte mich meine Mutter an. Mein Vater hätte jetzt bestimmt gesagt, wer es nicht versucht, geht unter. Meine Mutter sah die Dinge des Lebens deutlich anders als mein Vater, doch ihr Geheimnis, das Geheimnis ihres Glücks, lag darin das sie über alles immer und überall reden konnten.

Wenn du mal erkannt hast, mein Schatz das dein Glück nicht in der Weite deines Begehrens liegt sondern in der Tiefe, dann wird das Mädchen vor dir stehen das es nicht zu erobern gilt. Du wirst merken, das mit ihr und nur mit ihr, du einen gemeinsam Weg hast. Wenn sich dann eure Hände das erste mal berühren wirst du dir keinen Moment mehr vorstellen können ohne diese Hand in deiner Hand.

Sie lächelte mich an. Ich wusste das sie recht hatte. Oft redeten wir Jungs davon die Mädchen aufzureißen, einige meiner Freunde hatten immer Erfolg. Doch ich war die meiste Zeit eher verklemmt. Ich wagte keinen der Sprüche die Klaus so leicht von den Lippen gingen. Dazuzugehören – spielte auch da oft eine große Rolle. Doch waren es am Ende meistens Wunden die ich mir einhandelte, Wunden am Herzen. So wie bei Martha und Ulrike. Gemeinsame Wege hatte ich mit diesen Mädchen bestimmt keinen. Dann schon eher mit Olivia Newton-John, die hat mich zumindest nie abblitzen lassen. Die wusste ja auch nix von mir. Lachte ich in mich rein.

Nach diesem Gespräch mit meiner Mutter machte ich mir keine Sorgen mehr zum Thema Mädchen, Frauen. Ich hatte jetzt ja eine perfekte Methode es raus zu finden. Nicht Worte waren mein Ziel. Die einfache Berührung einer Mädchenhand genügte jetzt und ich wusste woran ich wohl war.

Als ich am nächsten Tag in der Schule für Ulrike den Kavalier spielte und ihr zufällig über die Hand strich als ich ihr anbot die Sporttasche hoch zutragen, willigte sie ein mit einem seltsam vertrauten Lächeln. Doch konnte ich mir viele Momente ohne diese Hand vorstellen. Am Turnsaal angekommen, gab ich ihr die Tasche zurück mit der Bemerkung. Danke für den gemeinsamen Weg, kurz aber doch. Sie lächelte mich an. Der Liebeskummer war geheilt. 

Wozu worüber leiden was ohnehin nichts für das Wirkliche war.

 Am selben Abend erzählte ich meiner Mutter davon. Sie lachte, während sie das Geschirr abwusch. Na siehst hatte ich recht oder? Ja Mutter. Doch achte darauf, es gibt diese Momente mit mehreren Mädchen oder Frauen. Es ist so als stündest du an einer Wegkreuzung. Es gibt immer mehrere Wege ins Glück. Für welchen du dich entscheidest hat oft nichts mit Liebe zu tun. Womit dann wollte ich wissen? ‚Wollte ich wissen und sah meine Mutter mir eindringlichem Blick an. Ob du auch mutig bist den Weg zu gehen. Ich werde immer mutig meine Wege gehen. Gab ich großspurig zurück.

Das hoffe ich mein Engel. Antwortete meine Mutter, beugte sich zu mir rüber, ich stand neben ihr am Spülbecken. Wenige Wochen später überraschte uns eine Einladung meines Onkels aus Kanada an mich ihn mal drüben zu besuchen. Ab diesem Moment war mein zweiter Vorname – Aufgeregt ! Sozusagen als Belohnung dafür das ich die erste Klasse Handelsschule dann doch geschafft hatte und um meine Englischkenntnisse auszubauen, erlaubten mir meine Eltern diesen Wahnsinns Sommerferien Trip.

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