Arbeiterhaus

Ja eben diese Bank da im Hof, an der Mauer vom Arbeiterhaus, wo sie alle wohnten die ich besser kannte als irgend wen sonst, ich kannte niemanden irgend wen sonst. Was ja auch noch so ein Punkt ist, ich gehört nicht dazu. War keiner der Familienmitglieder des Hauses. Alle die etwas aus sich machten schafften es eines Tages aus dem Arbeiterhaus auszuziehen. Arbeiterhaus deshalb es wohnten da alle die in der Ziegelfabrik arbeiteten. Die irgendwo eine Tätigkeit hatten, als Staplerfahrer, als Lehmgräber, als Ofenwärter. Alle die irgendwo im Büro arbeiteten, wohnten nicht im Haus, die waren was Besseres. Im Haus wohnten nur die Arbeiter. Arbeiterklasse in den 60 er, 70 er Jahren. Dankbar vielleicht einen Job zu haben um die Familie zu ernähren. Die Frauen aus dem nahen Ungarn geheiratet, oder Frauen die Männer aus dem nahen Ungarn geheiratet hatten und dann hier als Arbeiter einen Aufstieg in der sozialen Schicht machten. Vom Nichts in Ungarn zum Arbeiter in Österreich. Nahe dem Eisernen Vorhang.

Meine Mutter hatte mir nicht einmal zum verstehen gegeben, unter ihrer Würde diese Menschen. Wobei ich am Ende nie verstand, was der große Unterschied wohl war. Arbeiter und Beamte. Mein Vater war ÖBB-Beamter. Wie später auch der Mann meiner Schwester. Meine Schwester hatte sich einen der Jungs, den Größten und Besten Klügsten und Interessantesten des Arbeiterhauses ausgesucht, mit 12 Jahren und gesagt, das ist meiner. Ich hatte niemals verstanden woher meine Schwester diesen Glauben an sich selbst genommen hat. Beziehungsweise wie sie es geschafft hat sich niemals diesen Glauben nehmen zu lassen. Noch heute gefühlte Millionen Jahre später verstehe ich es nicht. Ich hatte und habe so viele Träume. Doch an keinen habe ich auch nur im Ansatz so geglaubt wie meine Schwester an ihre.

Ist es vielleicht dieser Umstand,

das ich niemals so ein Leben wollte und die Angst davor, wenn ich sie wie sie daran glaube ich in diesem Leben gefangen bin. Gefangen bin ich dann doch auch in diesem Leben. Sitze hier und schreibe Geschichten. Die ich hoffe das jemand sie liest und dann doch die Sorge habe das es keiner macht und ich wieder mal wie immer wie so oft meine Zeit verschwendet habe.

Auf der Bank in der Küche zu liegen meiner Mutter zuzuhören, wie sie von ihren Eltern erzählt hat, wie sie erzählte das der Vater von ihr so ein jähzorniger Typ war, seine Frau ihre Mutter meine Oma die ich auch nicht kannte, die ich niemals sah, dazu gebracht hatte mit ihr Mensch ärgere Dich zu spielen und als er verlor das Brett nahm es in der Luft zerriss vor Zorn, jedoch dieses dann tagsüber wieder zusammenklebte und mit ihr am Abend dann doch wieder zusammen saß und spielte.

Geschichten einfach, wie diese erzählte sie oft. Welche Auswirkungen hatten sie auf mich, auf mein Gemüt auf meinen Charakter der geprägt war von Empathie, Ängstlichkeit, träumerischen Bilder. Meine Mutter hatte einen direkten Zugang zu mir. Direkter wie sonst irgendwer. Sonst irgendwer. Dann gab es, die süße kleine Schwester von Alfred, einem meiner Freunde aus dem Arbeiterhaus. Er war irgendwie ein Typ. Alfred war alleine selten mit mir zusammen. Er war der kleinere Bruder von Buizi, dem ersten besten Freund von mir.

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